Wenn die Vorsorge an die Haustüre kommt
Frauen zwischen 50 und 75 Jahren können alle zwei Jahre am Mammografie-Screening zur Brustkrebs-Früherkennung teilnehmen. Kurze Wege im Hochsauerland ermöglicht das Mammobil, das in Brilon und Olsberg Station macht.
Als Maria S. die Einladung zur Mammographie in den Händen hält, denkt sie zunächst: „Dafür habe ich jetzt keine Zeit. Darum muss ich mich später irgendwann kümmern.“ Der Alltag hat die 52-Jährige aus dem sauerländischen Brilon fest im Griff: Arbeit, Familie, Termine – und dazu die Frage, wie man für eine Untersuchung einen passenden Termin und eine längere Anfahrt organisiert. Dass die Brustkrebs-Früherkennung in diesem Jahr wieder direkt in die Region kommt, nimmt ihr einen großen Teil dieser Hürde. Das Mammobil, die mobile Mammographie-Einheit der Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland, macht erneut Station in Brilon und Olsberg.
In Brilon steht das Mammobil derzeit noch bis zum 22. Oktober am Städtischen Krankenhaus (Am Schönschede 1, 59929 Brilon). Anschließend fährt die mobile Einheit weiter nach Olsberg und bietet dort vom 26. Oktober bis 26. November Untersuchungen an der Elisabeth-Klinik (Heinrich-Sommer-Straße 4, 59939 Olsberg-Bigge) an. „Viele Frauen schieben die Früherkennungsuntersuchungen auf, weil der Aufwand im Alltag groß erscheint. Wenn die Untersuchung in der Nähe stattfindet, wird der Zugang deutlich erleichtert“, sagt Dr. Volker Brandenbusch, programmverantwortlicher Arzt der Screening-Einheit Siegen-Olpe-Hochsauerland mit Sitz in Arnsberg. „Gerade im ländlichen Raum spielt die wohnortnahe Versorgung eine wichtige Rolle. Das Mammobil bringt moderne Diagnostik dorthin, wo die Menschen leben – ohne lange Fahrzeiten und zusätzliche organisatorische Hürden“, so der Mediziner.
Das Angebot, dass das Mammobil in Brilon und Olsberg regelmäßig Station macht, gehört zum bundesweiten Mammographie-Screening-Programm. Eingeladen werden Frauen zwischen 50 und 75 Jahren im Abstand von zwei Jahren. Ziel ist es, Brustkrebs möglichst früh zu erkennen – oft noch bevor Veränderungen tastbar sind. Die Untersuchung erfolgt nach bundesweit einheitlichen Qualitätsstandards.
„Je früher eine Erkrankung erkannt wird, desto besser sind die Möglichkeiten für eine erfolgreiche Behandlung“, betont der Siegener Radiologe Dr. Michael Blazek, ebenfalls programmverantwortlicher Arzt der Screening-Einheit. Das Mammographie-Screening ist deshalb ein wichtiges Angebot zur Früherkennung. Es ersetzt jedoch nicht die Aufmerksamkeit für den eigenen Körper oder den Arztbesuch bei Beschwerden. Manche Frauen empfinden die Untersuchung als ungewohnt oder kurzzeitig unangenehm. Das Team im Mammobil nimmt sich Zeit, erklärt jeden Untersuchungsschritt und begleitet die Teilnehmerinnen einfühlsam.
Für Maria S. bleibt die Einladung dieses Mal keine Aufgabe für „irgendwann später“. Weil das Mammobil in ihre Region kommt, ist aus dem guten Vorsatz ein fester Termin geworden.
