Simulationstraining für höchste Sicherheit von Mutter und Kind
Regelmäßige Simulationstrainings sind ein fester Bestandteil des Qualitäts- und Sicherheitskonzeptes der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin im Diakonie Klinikum Jung-Stilling in Siegen. Bei der jüngsten Übung stand die Schulterdystokie im Fokus – eine seltene, aber potenziell lebensbedrohliche geburtshilfliche Komplikation und Notfallsituation
Bei der Schulterdystokie bleibt nach der Geburt des kindlichen Kopfes die Schulter des Kindes im mütterlichen Becken hängen. In der Folge kann die Geburt nicht ohne gezielte geburtshilfliche Maßnahmen fortgesetzt werden. Diese Situation tritt meist unerwartet auf und erfordert ein sofortiges, strukturiertes und koordiniertes Handeln des gesamten Behandlungsteams.
Wird die Schulterdystokie nicht rasch behoben, kann sie sowohl für das Kind als auch für die Mutter schwerwiegende Folgen haben. Für das Neugeborene besteht unter anderem das Risiko einer Sauerstoffunterversorgung oder einer Verletzung des Armnervengeflechts. Bei der Mutter können Verletzungen oder stärkere Blutungen auftreten. Umso wichtiger sind eingespielte Abläufe, eine klare Kommunikation und das sichere Beherrschen aller notwendigen Maßnahmen.
Das Simulationstraining begann mit einer theoretischen Einführung. Hier wurden die Entstehung der Schulterdystokie, Risikofaktoren, mögliche Komplikationen sowie die aktuellen Handlungsempfehlungen und Leitlinien vorgestellt. Es folgte der praktische Teil: An einer Simulationspuppe wurden realitätsnahe Notfallszenarien nachgestellt. Hebammen sowie Ärztinnen und Ärzte trainierten gemeinsam die erforderlichen Handgriffe, die strukturierte Kommunikation und die koordinierte Zusammenarbeit im Team.
Mit regelmäßigen Simulationstrainings investiert die Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin gezielt in die Qualität ihrer Versorgung. Laut Chefärztin Dr. Flutura Dede hat die Sicherheit von Mutter und Kind in der Klinik für Geburtshilfe und Pränatalmedizin mit Perinatalzentrum Level 1 höchste Priorität: „Mit Simulationstrainings ist es unserem interprofessionellen Team möglich, auch seltene geburtshilfliche Notfallsituationen unter realitätsnahen Bedingungen zu trainieren und die Zusammenarbeit kontinuierlich zu optimieren.“ Mit der Kombination aus theoretischer Wissensvermittlung und praxisnahen Übungen stärkt das Team die Handlungssicherheit im Team und stellt sicher, dass Mutter und Kind auch in seltenen Notfallsituationen schnell, sicher und auf höchstem medizinischem Niveau versorgt werden.
