Orthopädie im Bethesda kann nun nachhaltiger operieren
Medizinische Qualität und Nachhaltigkeit müssen kein Widerspruch sein: Die Orthopädie des Diakonie Klinikums Bethesda in Freudenberg setzt bei endoprothetischen Eingriffen künftig auf das ressourcenschonende Spül- und Saugsystem „BlueLavage“. Dadurch werden Elektroschrott und Umweltbelastungen deutlich reduziert. Pro Jahr spart die Klinik so rund 760 Kilogramm CO₂ und 1440 Batterien ein
„Wir wollen unseren Patientinnen und Patienten eine moderne und hochwertige Versorgung bieten und gleichzeitig ressourcenschonend arbeiten“, sagt Chefärztin Dr. Birgit Schulz. „Das neue System ermöglicht es uns, beides miteinander zu verbinden.“
Bei Operationen zum Einsatz von zementierten Schulter-, Hüft- oder Knieendoprothesen muss das Operationsgebiet während des Eingriffs regelhaft gespült und abgesaugt werden. Im Vergleich zu Einmal-Lavagen, die nach dem Eingriff inklusive der darin verbauten Elektronik komplett entsorgt werden, setzt das neue System dagegen auf Nachhaltigkeit: Während sterile Funktionsteile Einwegprodukte bleiben, ist die Antriebseinheit mehrfach wiederverwendbar. Darüber hinaus wurde das neue Spül- und Saugsystem „BlueLavage“ in Nordrhein-Westfalen entwickelt. „Nachhaltige, kurze Lieferwege werden durch eine Produktion des Lavage-Systems in Deutschland sichergestellt“, ergänzt Sebastian Bittner, Leiter der Materialwirtschaft.
„Die Zahlen zeigen, dass auch Anpassungen bei einzelnen medizinischen Abläufen einen messbaren Beitrag leisten“, so Chefarzt Dr. Kai Drastig, dessen Schwerpunkt auf der Hüft- und Knieendoprothetik liegt. Die jährliche CO₂-Ersparnis entspricht in etwa einer Autofahrt von Freudenberg nach Portugal und zurück. Die 1440 eingesparten Batterien würden übereinandergestapelt die Höhe eines 20-stöckigen Hochhauses erreichen. Mit der Einführung des neuen Spül- und Saugsystems setzt die Abteilung einen weiteren Akzent auf eine moderne und zugleich verantwortungsbewusste medizinische Versorgung.
