Kniegelenk-Erhalt: Siegener Chefarzt teilt Wissen in China
Um sein Wissen auf dem Gebiet kniegelenkerhaltender Operationen zu teilen, war Professor Dr. Steffen Schröter, Chefarzt der Unfall- und Wiederherstellungschirurgie am Diakonie Klinikum in Siegen, zu Besuch in der chinesischen Hauptstadt Peking.
Anlass war die Zehnjahresfeier der dortigen „Knee Preservation“-Expertengruppe. Das ist ein führendes Zentrum für den Erhalt des natürlichen Kniegelenks. Prof. Schröter hielt einen Gastvortrag zum Thema „Posttraumatische und angeborene Fehlstellungen der unteren Extremität“.
Bereits 2016 war Prof. Schröter in China bei der ersten internationalen Veranstaltung des Schwerpunktzentrums, das von Professor Dr. Ye Huang gegründet wurde. In der Stadt Suzhou wurde die Initiative gestartet, um gelenkerhaltende OP-Verfahren aufgrund der zu hohen Anzahl an Gelenkersatz-Fällen aufzubauen. Prof. Schröter war zu dieser Zeit in der „AO Joint Preservation and Osteotomy Expert Group“ mit Vorträgen aktiv, geleitet von Professor Dr. Lobenhoffer aus Hannover. Mit den weiteren Experten – Prof. Dr. Ryohei Takeuchi aus Japan, Prof. Dr. Robert Teitge aus den USA und Prof. Dr. Cong-Feng Luo aus China – wurde der Kurs laut Schröter zu einem großen Erfolg. In den folgenden Jahren war der „Stilling“-Chefarzt nicht nur in Deutschland, sondern auch mehrfach in China mit Vorträgen aktiv. „Mit Aufkommen der Corona-Krise musste die Kooperation zunächst pausiert werden. Zum zehnjährigen Jubiläum in Peking konnten wir die Zusammenarbeit unter den internationalen Experten glücklicherweise wieder aufnehmen und für die Zukunft festlegen“, freut sich Schröter.
Dank der erfolgreichen Therapiemöglichkeiten zum Gelenkerhalt wurde in China die Zahl dieser Operationen pro Jahr mehr als verzehnfacht. „Die gelenkerhaltende Chirurgie ist mittlerweile in China besser akzeptiert als in Deutschland“, erläutert der Siegener Experte. „Eine Knieprothese ist nicht immer erforderlich und sollte mit anderen operativen Maßnahmen so lange wie möglich verzögert werden und die letzte Möglichkeit darstellen“, verdeutlicht Prof. Schröter abschließend.
